Demonstration am 09.Mai 2009, 12 Uhr Opernplatz Hannover
Schülervertretungen, Elternräte, Schulvorstände, Schulkollegien und Schulpersonalräte sowie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), der Landesschülerrat und der Landeselternrat sprechen sich entschieden gegen die mit der Einführung des „Turbo-Abiturs“ notwendig verbundenen zerstörerischen Eingriffen in die integrative Struktur der Sekundarstufe I aus.
Eltern, Schüler und Lehrkräfte wollen, dass die Integrierte Gesamtschule in ihrer jetzigen Form als die Schule ihrer Wahl erhalten bleibt. Die geplante künftige Gesamtschule mit einem Abitur nach 12 Jahren hätte mit der heutigen nichts mehr zu tun. Die integrierte Sekundarstufe I würde faktisch abgeschafft. Schülerinnen und Schüler, die einmal das Abitur machen sollen, müssten frühzeitig gesondert unterrichtet und aus dem integrativen Unterricht und Schulleben herausgelöst werden. An eine gemeinsame Ganztagserziehung wäre nicht mehr zu denken: „Gymnasialschüler“ hätten einen anderen Stundenplan als ihre Mitschüler.
Letztlich bedeutet all dies, dass das gegliederte Schulwesen in die IGS Einzug hält und die Integrierte Gesamtschule in ihrer Substanz und in ihrem Wesensgehalt zerstört wird. Integrierte Gesamtschulen stehen im Wettbewerb mit dem dreigliedrigen Schulwesen bestens da. Es können immer noch nicht genügend Plätze für die Anmeldungen im 5.Jg. zur Verfügung gestellt werden. Weiterhin müssen Schülerinnen und Schüler abgewiesen werden. Eltern und Kinder sind mit der IGS äußerst zufrieden.

Viele Schulträger im Lande wollen Integrative Gesamtschulen einrichten, um ein vollständiges Bildungsangebot wohnortnah aufrecht zu erhalten. Sie folgen damit den eindeutigen Elternvoten vor Ort. Der Erfolg bestätigt, dass die Gesamtschulen die Zeit, die sie ihren Schülern zur Entwicklung einräumen, pädagogisch sinnvoll nutzen. Im Ganztagsbetrieb werden Kinder individuell gefördert, haben Zeit für AGs, in denen sie z.B. technische Versuche oder naturwissenschaftliche Experimente durchführen oder in Schreibwerkstätten literarische Erfahrungen sammeln können. Vielfach sind in Niedersachsen verschiedene Integrierte Gesamtschulen für ihre pädagogische Arbeit ausgezeichnet worden.
Unsere Forderungen:
· Wir fordern die niedersächsische Landesregierung auf, die geplante Verkürzung der Schulzeit an der IGS auf acht Jahre bis zum Abitur unverzüglich zurückzunehmen!
· Wir fordern, dass die Landesregierung den Elternwillen respektiert und bestehenden und geplanten Gesamtschulen keine Steine in den Weg legt, sondern sie in der bewährten Form als gebundene Ganztagsschulen mit langem gemeinsamen Lernen arbeiten lässt!
· Wir fordern die niedersächsische Landesregierung auf, die vorgeschriebene Fünf-Zügigkeit für neu einzurichtende Gesamtschulen in Niedersachen umgehend zurück zu nehmen!
Aus diesen Gründen rufen wir, die Eltern- und Schülervertretungen der Gesamtschulen in der Region Hannover, die GEW Hannover und das Bündnis "Neue IGS - Jetzt!" in Hannover gemeinsam zu der Protestveranstaltung auf:
Samstag, 09. Mai 2009 in Hannover,
12 Uhr Treffpunkt auf dem Opernplatz,
Auftaktkundgebung,
Demonstration durch die Innenstadt,
Abschlusskundgebung auf dem Opernplatz.
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